Bartagamen: Urzeit-Drachen aus Australien
Die beeindruckenden Echsen sind beliebte Terrarientiere
Ihr Leib ist stachelbewehrt, das rote Maul mit kleinen, spitzen Zähnen ausgestattet und der lange Reptilienkörper schuppig. Bei Gefahr können sie ihre Stachelschuppen an Seite und Kehle bartartig abspreizen – daher kommt ihr Name: Bartagamen (Pogona).
Die Männchen können ihren Bart und ihre Schwanzspitze als Drohgebärde oder bei der Balz schwarz färben. Sie sehen aus wie kleine Drachen. Vielleicht ist es auch gerade das, was sie als Terrarientiere immer beliebter werden lässt: Denn wer hat nicht als Kind irgendwann für Dinosaurier geschwärmt – oder ist zumindest vom Freund oder von der Freundin mit profundem Dino-Wissen beeindruckt worden? Bartagamen sind die perfekten Heimsaurier, wenn man weiß, wie sie artgerecht zu halten sind. Das ist zwar nicht sehr schwer, doch wer sich für die Dinos im Miniformat interessiert, sollte sich trotzdem vor einem Kauf gründlich informieren – denn auch diese relativ pflegeleichten Tiere brauchen fachmännische Betreuung, und die Anschaffung sowie Haltung sind auch nicht ganz billig.
Bartagamen sind ursprünglich in den Wüsten Australiens beheimatet und Wüstenklima muss daher auch im Terrarium geschaffen werden. Unabdingbar sind Sand, Stein- und/oder Holzaufbauten als Verstecke, eine Heizung und eine spezielle Lampe, die als künstliche Sonne dient. Ideal wäre es, wenn die Temperaturen zwischen 25 und 45 Grad Celsius variierten – damit sich die Tiere aussuchen können, wo es ihnen gerade gefällt. Eine kleine Wanne kann gleichzeitig als Tränke und als Badegelegenheit genutzt werden.
Zu fressen bekommen die Tiere im täglichen Wechsel tierische beziehungsweise pflanzliche Kost: frisches Obst und Gemüse, Kräuter oder auch etwas Joghurt sowie Heimchen, Grillen, Heuschrecken oder Mehlwürmer – lebend natürlich, denn tote Tiere rühren sie nicht mehr an.

Wichtig ist, Bartagamen als Paar oder Gruppe zu halten. Dabei gilt eine strikte Rangordnung: Um Kämpfe mit zum Teil schweren Verletzungen zu vermeiden, sollte in einer Gruppe nur ein Männchen sein. Werden Bartagamen gut gepflegt, können sie sich auch in der Terrarienhaltung erfolgreich fortpflanzen. Wie das geht, auch darüber sollte man sich in der entsprechenden Literatur ausführlich informieren. Und: Man muss sich beizeiten um Abnehmer für die Jungtiere kümmern, denn ein Gelege kann aus ein bis zwei Dutzend Eiern bestehen.
Im Vergleich zu anderen Reptilien können Bartagamen sehr zahm werden. Sie sind dem Menschen gegenüber äußerst friedfertig und lassen sich sogar vorsichtig streicheln – wahrscheinlich mögen sie die Wärme unseres Körpers. Auch einem gelegentlichen Auslauf im Wohnzimmer ist nichts entgegenzusetzen, aber nur auf Teppichboden. Kalter Fliesenboden ist nichts für sie, da holen sich die Reptilien schnell eine Erkältung. Streicheltiere aber sind Bartagamen bei aller Zahmheit trotzdem nicht.

Hält man sie artgerecht kann man verschiedene typische Verhaltensweisen beobachten, wie das Kopfnicken oder das Winken – Verhaltensweisen, die vorwiegend mit Rangordnung oder Paarung zu tun haben.
Die häufigste Bartagamen-Art hierzulande ist die Pogona Vitticeps. Sie wird bis zu 56 Zentimeter groß, ist eher stämmig gebaut und sie ist auch am leichtesten zu halten. In der bei uns beliebten Naturform ist sie bräunlich-grau gefärbt – in den USA zum Beispiel gibt es aber auch viele Tiere in rötlichen und gelben Farbvarianten. Alle Bartagamen sind mittlerweile Nachzuchten. Australien hat die Ausfuhr von Wildtieren schon lange streng untersagt.

Zur Haltung von Bartagamen:
Terrarien:
Vollglasterrarien eignen sich zur Haltung der meisten Agamen. Die Form und Größe ist generell von der Lebensart und der Gesamtlänge und Menge der zu pflegenden Art abhängig. Im allgemeinen geht man für 1 Männchen und 2 Weibchen von einer Grundfläche von 150x60x70 aus. Das Terrarium sollte mindestens zwei Lüftungsflächen aufweisen, unten vorn und oben hinten. Ein einzelner Lüftungsschlitz reicht nicht aus.
Bodensubstrat:
Als Bodensubstrat benutzt man ausschließlich Sand den man ca. 10 cm hoch ausstreut. Sand ist ein Material mit vielen Vorteilen das sich gut für Wüsten- oder Steppenterrarien eignet. Am besten eignet sich Granatsand, der sich durch Auskochen oder im Backofen sterilisieren lässt und somit immer wiederverwendbar bleibt. Diese Prozedur führet man allerdings nur einmal im Jahr durch, denn Sand lässt sich einfach Sauberhalten. Des weiteren ist darauf zu achten das der Sand nicht Quarzhaltig ist, da die winzigen scharfen Quarzsplitter zu Verletzungen an den Hand- und Fußinneren sowie den Augen führen können. Außerdem ist zu beachten, das Agamen, besonders trächtige Weibchen, mit ihrem Futter auch kleinere Sandmengen aufnehmen.
Heizung:
Da Agamen wie alle Reptilien wechselwarme oder Poikliotherme Tiere sind , damit ist gemeint das ihre Körpertemperatur von der Umgebungstemperatur beeinflusst wird. Alternativen sind lichtlose Heizstrahler aus Keramik, Punktstrahler, Heizmatten oder Kabel. Einen Heizstrahler kann man gut auf eine Steinplatte strahlen lassen. Auf dem Stein erreicht man so eine höhere Temperatur aks die restliche Umgebungstempertatur. Die Heizungsdauer liegt bei mir im Sommer bei 10 std.
Beleuchtung:
Die Beleuchtung ist auch ein sehr wichtiges Kapitel, denn Agamen brauchen zum einen, einen Sonnenplatz den man mit Hilfe des Strahlers schaffen kann. Nun ist Licht nicht nur einfach Helligkeit, sondern unsere Pfleglinge stellen an die Lichtqualität bestimmte Ansprüche. Agamen benötigen UV-Licht, um das für sie lebenswichtige Vitamin D3 synthetisieren zu können. Wer also glaubt, es reiche aus seinen Tieren ein Vitamin D3-haltiges Pulver über das Futter zu streuen, irrt sich gewaltig. Für diesen Zweck gibt es im Handel Leuchtstoffröhren, Strahler, Quecksilberdampflampen.
Einrichtung:
Besonders wichtig sind Kletteräste und Wurzeln da Bartagamen aus dem Verbreitungsgebieten Wald und Savannen kommen. Neben der Tatsache, das solche Einrichtungsmittel einem Terrarium erst das natürliche Aussehen verleihen dienen sie den Tieren zum Klettern, als Sichtschutz und als Unterschlupf. Des weiteren sollte ein Wasserbehälter nicht fehlen, da manche Agamen mitunter auch mal Wasser trinken. Bei Pflanzen kann es leicht geschehen, dass die Tiere diese einfach auffressen.
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