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Wie mach ich aus meinem Hund einen zuverlässigen Begleiter für stressfreie Ausritte?

Viele Pferdebesitzer sind sportliche Outdoor-Fans und bieten dem bewegungsfreudigen Hund ideale Vorraussetzungen für ein aktives Hundeleben. Aber wenn aus dem Dreierpack ein Dreierteam werden soll bedarf es einiger Vorbereitung. Nur nach dem Motto „Wird schon klappen“ reicht nicht – Pferd und Hund müssen sich kennen und respektieren lernen.

Ohne Gehorsam geht nichts!
Die Freizeit mit Hund und Pferd zu verbringen macht Spaß, doch gilt es, dass alle Beteiligten gewisse Regeln beachten. Soll der Hund sich ohne Leine in der Nähe von Pferden bewegen dürfen, so ist ein vernünftiger Grundgehorsam Voraussetzung. Das heißt nicht, dass der Hund gelegentlich kommt, wenn er gerufen wird, gelegentlich dort sitzen bleibt, wo man ihn absetzt, sondern das heißt, dass man sich darauf verlassen kann, dass Freund Hund sofort und zuverlässig reagiert. Er muss lernen, an Pferden vorbeizugehen, sie nicht anzubellen, sie nicht über die Weiden zu hetzen. Ist sein Besitzer mit der Pflege des Pferdes beschäftigt oder reitet er in der Bahn, hat der Hund genau dort liegen zu bleiben, wo er abgelegt wurde. Dass er das nicht von alleine und nicht von heute auf morgen beherrscht, versteht sich von selbst: Nur über einfühlsam aufbauendes und konsequentes Training kann er dahin gebracht werden!

Welche Rasse eignet sich?
Wer sich einen Hund anschafft mit der Absicht, ihn am Pferd mitlaufen zu lassen, dem sei empfohlen, sich zuvor gründlich über die ins Auge gefasste Rasse zu informieren. Nicht jeder Hund ist geeignet, Ross und Reiter bei ausgedehnten Ausritten zu begleiten. Je früher der Welpe an das Pferd gewöhnt wird, desto besser. Seine Erfahrungen mit Pferden sollten sich zunächst möglichst auf sichere und freundliche Rösser beschränken, da Erlebnisse im frühen Welpenalter das Verhalten des erwachsenen Hundes maßgeblich beeinflussen können.

Grundsätzlich kann man Hunde jeder Rasse als Reitbegleithund mitnehmen.

Allerdings müssen einige Voraussetzungen gegeben sein
Der Hund muss körperlich fit sein, damit er die Belastung verkraften kann. Dies sollten Sie bei einem Tierarztbesuch abklären lassen.

Das Training

Soll der Welpe mal ein Reitbegleithund werden, nehmen Sie ihn von klein an mit in den Stall und machen sie ihn mit Pferden bekannt. Binden Sie ihn aber nie neben oder zu nah an ein angebundenes Pferd an.

Bis der Hund alt genug ist, um neben dem Pferd herzulaufen, ist es ein gutes Training, während des Spazierengehens am und im Wald zu üben. Der Hund lernt schnell. Alles, was er vom Boden aus kapiert, wird er dann auch machen, wenn die Kommandos vom Pferd aus gegeben werden. Aber auch hier muss der Hundeführer sofort reagieren, damit der Hund gleich weiß, was er nicht darf.

Beherrscht er die Übungen sicher zu Fuß, probieren Sie aus, ob er die Kommandos auch vom Rad aus befolgt. Klappt auch dies kann man anschließend auch mit Hund und Pferd auf einen Reitplatz gehen und die gleichen Übungen hoch zu Ross durchführen.

Außer verbalen Kommandos sollte der Reitbegleithund auch auf Handzeichen reagieren, etwa wenn ein Traktor oder Radfahrer von vorn kommt und der Hund rechts ran laufen oder auf die Wiese neben der Straße ausweichen soll.

Wann darf er zum ersten Mal mit ans Pferd?

Das hängt davon ab, wie schonend sie ihn bislang aufgebaut haben. Als Welpe entsprechend kurze Strecken gelaufen und die Länge dann langsam gesteigert - zugleich schon die Junghundegruppe besucht, in der man die Grundübungen lernt - dann darf er etwa ab dem 9./ 10. Monat mit. Vorausgesetzt, er ist gesund und kräftig. Aber die ersten Wochen nur im Schritt und auf übersichtlichen Wegen weiter weg vom Waldrand. Niemals darf der junge Hund so müde werden, dass er sich erschöpft hinlegen möchte. Dann ist man viel zu weit gegangen! Hunde können bei entsprechend schonendem Aufbautraining und guter Konditionierung mühelos einige Stunden mitlaufen. Im langsamen Trab halten sie locker mit, aber bei zu langen oder schnellen Galoppstrecken darf man nicht erwarten, dass sie dauerhaft mithalten können. Und schon gar nicht bei der größten Hitze! Im übrigen sollte ein Hund vor seinem 18. LM keine längerstündigen oder kilometerlangen Trab- und Galoppstrecken mitlaufen.

Das sollten Sie wissen

Viele Hunde weisen Pferde gerne zurecht. Man kann es auch so beschreiben, dass sie gerne "mitdenken" und "mitarbeiten" wollen. Vor allem dann, wenn Pferde etwas angestellt, etwa den Wassereimer umgeworfen haben. In diesem Fall sieht man ein eifriger Hund dann blitzschnell von hinten an das Pferd rennen und im ihn die Hinterbeine beißen. Geht der Schuss dann nach hinten los, kann der Hund auch schon einmal vom Pferd getreten werden. Unter Umständen kann es sein, dass er sich dann nicht mehr nahe an ein Pferd heranwagt, was nicht besonders gut ist, wenn er "bei Fuß" laufen muss.

Die meisten Gemeinden oder Landkreise schreiben in ihrer Gemeindeverordnung vor, wie weit sich der Hund im Feld und Wald entfernen darf und wie man sich in Wald und Flur zu verhalten hat, ob und auf welchen Wegen Leinenpflicht besteht. Infos gibt es auch beim Forstamt.

In engen Gassen oder schmalen Brücken den Hund nie seitlich am Pferd laufen lassen; er könnte eingeklemmt werden und muss ausweichen können.

Versuchen Sie immer wieder in unregelmäßigen Abständen die Aufmerksamkeit des Hundes zu erlangen. Hierzu sollten Sie auch immer ein paar Leckerli in der Tasche haben. Gerade zu Beginn der Ausbildung. Und natürlich auch später ab und zu, wenn er freudig und zügig herankommt.

Ratsam ist es, ein Handy mit auf den Ausritt zu nehmen. Nicht nur das Pferd, auch der Hund kann sich verletzen, vor allem bei Streitigkeiten mit anderen Hunden oder umherliegende Glasscherben (die man im Bach oder Fluss oftmals nicht erkennt).

Auf längeren Ritten immer eine Mini-Notfallapotheke dabei haben.

 

© by Clarowi

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