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  Mag.art.Heinrich Biegenzahn  
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  Biegenzahn - Akkordeonist\,Klarinettist\,Komponist  
  Akkordeon - von 1829 Wien bis heute Konzertakkordeon  
  
  
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AKKORDEON: Blasinstrument mit durchschlagenden (freischwingenden) Metallzungen. Die wechselnde Windzufuhr wird durch einen  Handblasebalg besorgt, der beständige Kontrolle des Luftdrucks erlaubt. Für das Einsetzen der freischwingenden Metallzungen in ihren Metallrahmen, der Stimmplatte, werden zwei verschiedene Verfahren, das wechseltönige und das gleichtönige, angewendet. Beim wechseltönigen Verfahren sind 2 verschieden gestimmte Zungen auf einer Stimmplatte befestigt, die durch Druck eines Knopfes (bzw.Taste) 2 Töne unterschiedlicher Tonhöhe hervorbringen, je nachdem ob der Balg herausgezogen oder zusammengedrückt wird. Beim gleichtönigen , auch chromatisch genannten, Verfahren werden auf Zug und Druck des Balges zwei identische Töne je Stimmplatte erzeugt. Bis zur Mitte des 19.Jh.gab es nur wechseltönige Akkordeons. Erst die 1850 vom Wiener Musiker Walter entwickelte Gleichtönigkeit führte dann zur Gleichtönigkeit auch auf der Bassseite des Instruments. Somit waren erstmals alle Tonarten spielbar ; und nicht nur drei bis vier Tonarten wie bisher bei den wechseltönigen  und auch heute noch zum Beispiel bei der sogenannten Steirischen Harmonika. Das älteste bekannte Instrument mit durchschlagenden Zunge ist die chinesische Sheng (um 2700 v.Chr.), die „Mundorgel“. Sie erschien in Europa vermutlich zu Beginn des 17.Jh. Um die Mitte des 18.Jh.war das Prinzip der durchschlagenden Zungen vermutlich in Europa allgemein bekannt, denn es setzten nun zahlreiche Versuche ein, Instrumente mit freischwingenden Zungen zu konstruieren. Unter den damals neu entwickelten Instrumenten finden sich unter anderen  das Terpodion(1817) von J.D.Buschmann, die Physharmonika(1818)von Häckl, die Handäoline und die Mundäoline(1822)von Chr.F.L.Buschmann, das von Chopin (sic!)gespielte Äolopantalon (1824)von Dlugosz,  die Mundharmonika (1828)von Buschmann, die Concertina(1829) von Wheatstone. Der Gitarrenvirtuose Giulio Regondi lernte die Concertina kennen und beherrschte sie bald ebenso perfekt, dass niemand geringerer als der berühmte Opernkomponist Giuseppe Verdi (sic!)sich um 1870 herum dafür  einsetzte, dass dieses Instrument an den italienischen Konservatorien eingeführt wird –ergebnislos! Das der Konzertina verwandte Bandoneon in vier- und achteckiger Form, wurde  1850 von Heinrich Band  in Krefeld gebaut. Es ist im 20.Jh.dann besonders in Argentinien als Bestandteil der Tango-Ensembles populär geworden.

Schließlich war es Cyrillus Demian , Orgel-und Klavierbauer in Wien, der am 6.Mai 1829 ein Patent für ein neues Musikinstrument, das „Accordion“, erhielt, das die Gestalt eines kleinen Holzkasten von 21cm Länge, 9cm Breite und 6cm Höhe (einschließlich eines Blasebalgs mit zwei Falten)hatte und mit 6-20 Melodietasten(eher wie Knöpfe)und den entsprechenden Akkorden (deshalb der Name Akkordeon!)der Bassseite versehen war. Dieses Instrument verbreitete sich rasch und wurde vielfach geändert und verbessert. Die ersten Instrumente waren alle wechseltönig. Ab ca.1850 durch die Entwicklung der Gleichtönigkeit wurde der Tonraum erheblich erweitert und auf der Bassseite wurden Akkordreihen  hinzugefügt. Daraus entand auch die Wiener Schrammelharmonika, die ebenfalls gleichtönig ist. Aber auch die ersten Tastenakkordeons, die später dann in manchen Gebieten der Welt bis heute mehr verbreitet sind als das ursprüngliche Knopfakkordeon. Nach dem ersten Weltkrieg diente es oft als „Klavier für die Armen“. Man brauchte hier nicht mehr viel dazulernen, zumindest in der rechten Hand. Der Melodiebass war ja damals noch kaum bekannt. Bis heute unterrichten ja noch oft Klavier- und in letzter Zeit auch Keyboard-Lehrer das (Tasten)Akkordeon. Den (Standard)Bass haben sie sich dann selbst schnell angeeignet. Zu erwähnen ist an dieser Stelle, das zwar die ersten Originalkompositionen für das Akkordeon so ungefähr ab 1927 entstanden, dass aber schon P. Tschaikowsky in seiner Orchestersuite Nr.2 in der Originalpartitur Akkordeons verwendete (sic!). Nur werden dann diese bei Aufführungen oft durch Blasinstrumente ersetzt. Bereits 1911 hat Giovanno Gagliardi im „Kleinen Handbuch des Akkordeonisten“ein Akkordeontyp mit Einzeltönen auf der Bassseite beschrieben. Aber erst in den letzten fünfzig Jahren wurde dann das Einzeltonmanual (oder auch Melodiebass genannt)auch serienmäßig von den Akkordeonherstellern gebaut , gespielt und unterrichtet. In den letzten Jahren hat sich dann der Melodiebassconvertor durchgesetzt. Statt zusätzliche Reihen auf der Bassseite wird nun der Standardbass (Akkordreihen) durch Umschalten zu Melodiebass. Es entstanden so zahlreiche neue Kompositionen für Akkordeon. Durch Einführungen von Registern auf beiden Seiten enstanden so noch weitere Klangfacetten zusätzlich nun zum erweiterten Tonvorrat durch den Melodiebass. Durch die Möglichkeit mit beiden Händen Einzeltöne bzw.polyphon wie beim Klavier oder der Orgel spielen zu können, entstanden nun auch Bearbeitungen hauptsächlich von Klavier und Orgelliteratur, um auch Kompositionen aus anderen Musikepochen  interpretieren zu können. Meistens sind es gute, die die Kompositionen notengetreu auf das Instrument adaptieren und das Werk nicht ändern. Schließlich kann sich ja der Komponist nicht vom Grabe aus dagegen wehren!

Da Melodiebass (und Standardbass)mit Knöpfen zu betätigen sind ist es zu empfehlenswert , auch mit der rechten Hand auf Knöpfe zu spielen. Noch dazu ist der Tonvorrat größer und vor allem auch die Instrumente im Vergleich zu Tastenakkordeons mit gleicher Anzahl von Tönen kleiner, da die Töne enger beisammen liegen. Und so auch die Anfängerinstrumente zum Beispiel für Kinder besser geeignet. Ähnlich wie bei der Violine gibt es ja Akkordeons mit verschieden Größen. Vom Anfänger-bzw.Kinderinstrument bis zum 13kg schweren Konzertakkordeon.. Dazwischen gibt es ungefähr zwanzig Größen.

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