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Wie sieht eine Japanerin ihr Land

nach der Rückkehr aus Deutschland

von Uschida Yukiko

 

LESEPROBE........

 

Wie ich mir schon vor meiner Rückkehr nach Japan wünschte, bin ich gleich nachdem ich in Japan ankam in meine Lieblings- Sushibar und gegangen und habe ausserdem ein heißes Bad genommen. Durch letzteres bin ich wieder fit und frisch geworden, obwohl ich mit insgesamt 50 Kg Gepäck etwa 15 Stunden lang nach Japan unterwegs war und mich deshalb zuvor noch ein bisschen erschöpft fühlte. Nun bin ich wieder zu Hause. Ja, ich bin zu Hause in Japan, aber trotzdem fühle ich mich irgendwie komisch. Irgendetwas stimmt mit mir nicht.

Das Klosettbecken ist zu niedrig. So niedrig, dass ich bei dem ersten Benutzen beinahe hingefallen wäre. Das Waschbecken hängt auch zu niedrig, so dass ich mich extra herunterbeugen muss. Und ich sehe wieder mein Gesicht im Spiegel des Badezimmer - in Deutschland konnte ich das nur sehr selten, weil die Spiegel meist sehr hoch hingen. Das Wasser aus der Leitung ist weich, als ob es Milch wäre. Was ich bei meiner Ankunft in Deutschland komisch fand, finde ich nun auch in Japan komisch. So habe ich erst jetzt bemerkt, wie sehr ich mich schon an Deutschland gewöhnt hatte.

Nach dem Sushi-Essen waren wir unterwegs zum öffentlichen Bad. Die Freundin, mit der ich unterwegs war, sagte mir, dass sie vor dem Badengehen und Einkaufen wolle. Es war schon fast 20 Uhr und dazu noch Sonntag. Ich musste automatisch fragen "Ist es denn noch geöffnet?!" - und anschließend musste ich über meine Frage lachen.

Was eigentlich gewohnt sein sollte, ist für mich hier in Japan neu. Die Lieder, die man im Fernsehen, Radio oder sonst wo hört, kenne ich fast alle nicht. Auch sehe ich viele neue Stars im Fernsehen. Es ist schwer und ungewohnt in Tôkyô herumzulaufen und in die Züge einzusteigen. Als ob ich hier ein Ausländer wäre. Obwohl ich sehr neugierig bin, das für mich "neue" Japan kennen zu lernen und mich freue, meine Freunde wiederzusehen, vermisse ich bereits Deutschland...

Ich bin, als ich wieder nach Japan kam, schnell zum Frisör gegangen, um meine Haare schneiden zu lassen. Was ich in Japan gleich wieder bemerkt habe, ist, dass Japaner unglaublich modebewusst sind. Meiner Meinung nach sind sie verrückt nach Mode. Ich hatte ja schon früher gewusst, dass Japaner für Mode viel Geld ausgeben! Aber als ich jetzt wieder nach Japan zurückkam, fiel es mir noch stärker auf. Frauen z.B. schminken sich sehr aufwendig, haben eine interessante Frisur und kleiden sich unglaublich modisch - so, als ob sie aus einer Modezeitschrift herausgekommen wäre. Ich schämte mich daher etwas, als ich feststellte, dass ich eine komische Frisur hatte, die ich mir in Deutschland selbst geschnitten hatte.

Ich war aber eigentlich zufrieden mit meiner Frisur. In Deutschland habe ich viele hübsche Leute gesehen, die sich sehr natürlich und einfach kleiden und schminken. Sie wirken sehr attraktiv, obwohl es mir scheint, als ob sie auf Mode nicht so sehr achten würden. Ihre natürliche Schönheit hat mir sehr gut gefallen, da ich dachte, dass sich diese Leute so geben konnten, wie sie waren. Deswegen habe ich auch gar nicht darauf geachtet, was für eine Frisur ich habe oder wie ich mich kleide. Ich bin selber auch Anhängerin der natürlichen Schönheit.

Was mich trotzdem irgendwie schockiert hat, war eine Freundin, die ich in Deutschland kennen gelernt und in Japan wiedergesehen habe. Sie war in Deutschland auch sehr natürlich unterwegs, aber als ich sie in Japan wiedersah, war sie schon wieder eine "typische" modebewusste Japanerin. Außerdem habe ich erst in dieser Woche meine ganzen Freunde und Freundinnen wiedergesehen, das erste mal, seitdem ich nach Japan zurückgekommen bin. Im Vergleich zu ihnen fand ich mich nicht cool … Ob ich das mit der natürlichen Schönheit falsch verstanden habe? Ich glaube aber nein.

Deutsche sind groß und haben einen kleinen Kopf. Deswegen ist es kein Wunder, dass sie hübsch sind, selbst wenn sie nackt sind und sogar wenn sie sich eine Glatze schneiden lassen. Man sagt oft, dass man das eigene Land besser kennen lernen kann, wenn man das Ausland kennt. Ich glaube, da ist was dran. Ich kann jetzt Japan neutraler sehen. Ich meine, es ist total egal, wer nun schöner ist, Japaner oder Deutsche. Ich finde halt nur den Unterschied zwischen Japanern und Deutschen sehr interessant. Denn auf jeden Fall wissen sowohl Deutsche auch Japaner gut, was zu ihnen selbst gut passt. Eine Sache, die ich auch noch lernen muss.

Neulich wurde mein Computer durch eine Virusmail lahmgelegt! Ich war sehr verwirrt, weil ich nicht wusste, wie ich machen sollte und wie ich das wieder reparieren konnte. Gott sei Dank ist mein Computer nun wieder gesund und arbeitet wie immer sehr fleißig. Wenn man einmal Computer hatte, braucht man fortan für immer. Genau so ist das auch mit einem Handy.

Ich habe zur Zeit Spaß an meinem neuen Handy, das ich mir gleich nach meiner Heimkehr besorgt habe. Die Handy ist an sich nicht wirklich "neu". Ich habe es billiger bekommen, weil es schon ein älteres Modell ist. Aber für mich war diese Art von Handy ganz neu - ein i-mode-Handy, so etwas hatte ich vorher noch nicht. Und das, obwohl es schon seit mehr als einem Jahr bei Jung und Alt sehr beliebt ist. Diese Handys können viele Rollen spielen. Man verwendet sie nicht nur zum Telefonieren, sondern auch zum Mailen und zum Surfen im Internet. Damals, etwa vor einem Jahr, noch vor meiner Abreise nach Deutschland, gab es schon viele Leute, die ein solches multifunktionales Computerhandy hatten. Aber jetzt, als ich endlich in die Reihen der Besitzer solcher Handys nachgerückt bin, haben bereits viele Leute Computerhandys mit eingebauten Digitalkameras! Meine altes Handy ist also jetzt schon total überholt.



 

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(ca. 23 Seiten, 275 kB) !

 

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