Archiv - Stories der 10.-15.KW 2001
(10./11.Woche 2001)
Es gibt Dinge die kann man einfach nicht erklären 
Ein Bauer sitzt in einer Kneipe und trinkt ein Bier nach dem anderen. Total verzweifelt ruft er heraus: "Es gibt Dinge die kann man nicht erklären!" Ein anderer hört dieses und gesellt sich dem Bauer hinzu. Er: "Was ist denn so schlimm und was kann man nicht erklären. Der Bauer bestellt sich noch ein Bier, murmelt wiederum "Es gibt Dinge die kann man nicht erklären" Bauer: "Ich habe heute versucht die Kuh Elsa in der Scheune zu melken. Den Eimer unter die Kuh gestellt und kräftig am Euter gezogen. Der Eimer war zu viertel voll, da stößt die Kuh mit dem rechten Bein den Eimer um.......es gibt Dinge die kann man nicht erklären! Er "Das ist doch kein Grund so verzweifelt zu sein" Bestellt dem Bauern noch ein Bier. Bauer "Danach habe ich es noch einmal versucht. Doch vorher habe ich der Kuh Elsa das rechte Bein mit eine Seil an einem Balken hoch gebunden, Eimer drunter gestellt, viertel voll und die doofe Kuh stößt den Eimer mit dem linken Bein um....es gibt Dinge die kann man nicht erklären!" Er: "Och Mann, damit kann man doch leben. Ich verstehe immer noch nicht die Verzweiflung" Bauer: "Habe es danach noch ein drittes Mal versucht. Diesmal habe ich der Elsa das linke Bein auch noch an den Balken gebunden. Um dann von hinten an den Euter zu gelangen, habe ich ihr den Schwanz hochgehoben. Bei den ganzen Verrenkungen platzte meine Hose und rutschte mir zu den Knöcheln. In diesem Moment kam meine Frau in die Scheune. Es gibt Dinge die kann man nicht erklären!"
(12./13.Woche 2001)
Arbeiten am Antennenmast - Brief an eine Versicherung 
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich beziehe mich auf Ihr letztes Schreiben, in dem Sie mich baten, zusätzliche Informationen zum Unfallverlauf in Position 3 des Formulars zur: Rekonstruktion des Unfallherganges zu geben. Sie meinen, die Anzahl meiner Verletzungen gebe Anlaß zu der Vermutung, daß es sich nicht um einen Unfall gehandelt haben könnte. Dies insbesondere deshalb, weil ich in meinem ursprünglichen Eintrag: "Schlechte Planung" angab. Ich hoffe, daß die nachfolgenden Informationen Ihrem Wunsche entsprechen und zur Dokumentation ausreichen. Ich bin Funkamateur und war am Tag des Unfalls mit Reparaturarbeiten am Kopfstück meines 30-Meter hohen Antennenmastes beschäftigt. Als diese beendet waren, bemerkte ich, daß sich im Laufe der Arbeiten, die mit mehrfachem Auf- und Absteigen am Antennenmast verbunden waren, Werkzeug und Ersatzteile mit einem Gewicht von ca. 150 kg am Kopfstück des Mastes angesammelt hatten. Um diese nicht einzeln heruntertragen zu müssen, habe ich mich entschlossen, einen Eimer unter Zuhilfenahme des noch oben befindlichen Flaschenzuges zum Herunterlassen zu benutzen. Nachdem ich das Seil am Boden befestigt hatte, bestieg ich den Mast und füllte das Werkzeug und die Ersatzteile in den Eimer. Ich ging wieder hinunter zum Boden, löste das Seil und hielt es sehr fest, um der Schwerkraft des Eimers mit der notwendigen Haltekraft begegnen zu können. Es wird Ihnen nicht entgangen sein, daß ich in Position 3 des Formulars zum Unfallhergang mein Körpergewicht mit 75 kg angab. Leider bemaß ich zu dieser Zeit das Gewicht des Eimers falsch - dieser war ja tatsächlich wesentlich schwerer als ich selbst. Ich wurde also jäh nach oben gerissen und mit der Gewichtskraft, um die der Eimer mein Körpergewicht überschritt, zunehmend beschleunigt. Aufgrund der Überraschung, die dieser Vorgang in mir auslöste, hatte ich momentan meine Geistesgegenwart verloren und vergaß, das Seil loszulassen. In etwa 15 Meter Höhe des Mastes traf ich auf den nun recht schnell herunterstürzenden Eimer, was meinen Schlüsselbeinbruch erklärt. Nur kurz durch diesen Zwischenfall gebremst, setzte sich der schnelle Aufstieg fort, bis meine Knöchel auf den Flaschenzug schlugen und drei von ihnen an der Handwurzel brachen, da ich am oberen Ende des Mastes angekommen war. Glücklicherweise hatte ich zu diesem Zeitpunkt die Kontrolle über meinen Körper und meinen Geist wiedergewonnen und schaffte es trotz der nicht unerheblichen Schmerzen in Schlüsselbein und Handgelenk, mich weiterhin an dem Seil festzuhalten. Unglücklicherweise jedoch war just in diesem Moment der Eimer am Erdboden angekommen, was ja durch die Funktionsweise und den Aufbau solcher Flaschenzüge determiniert ist. Infolge des heftigen Aufschlags entledigte sich der Eimer eines Teiles des Werkzeuges und der Ersatzteile, wodurch sich sein Gewicht von 150 kg drastisch auf etwa 15 kg reduzierte.
Ich darf Sie nochmals auf mein Körpergewicht in Position 3 des Formulars hinweisen. Wie Sie sich vorstellen können, war ich nun wesentlich schwerer als der Eimer, der deshalb meiner selbst kein wesentliches Gegengewicht mehr zu bieten hatte. Daraufhin wurde ich, der Gravitation folgend, nach unten gerissen, und gewann recht schnell an Geschwindigkeit. Da ich aber nach wie vor an dem Seil festhielt, welches ja von konstanter Länge war, wurde der Eimer wiederum nach oben befördert, den ich in ca. 15 Metern Höhe berührte. Dieses Zusammentreffen erklärt auch die gebrochene Kinnlade sowie die Prellungen an Beinen und Hüften. Glücklicherweise reduzierte das Zusammentreffen mit dem Eimer meine Abstiegsgeschwindigkeit drastisch, so daß der Aufprall auf dem Haufen mit Werkzeug und Ersatzteilen nicht die befürchtete Härte hatte. Ich kann mich also glücklich schätzen, nur einige gebrochene Rippen und 3 angebrochene Wirbel davongetragen zu haben. Ich bedaure allerdings sehr, Ihnen berichten zu müssen, daß ich, unter schier unerträglichen Schmerzen auf dem Haufen mit Werkzeugen und Ersatzteilen liegend, den Fehler beging, in einem Augenblick der Unachtsamkeit das Seil loszulassen, so daß der jetzt nur noch 15 Kg schwere Eimer jeden Haltes beraubt, nach unten fiel...
(14./15. Woche 2001)
Die Kuh Elsa 
Der Bauer Schulze klagte gegen ein Transportfirma auf Schadenersatz für die bei einem Verkehrsunfall erlittenen Verletzungen. Die Schuldfrage war geklärt, es ging nun darum festzustellen, obdie Verletzungen wirklich bei dem Verkehrsunfall passiert waren. "Haben Sie nicht direkt nach dem Unfall den Polizisten gegenüber erklärt: >>Alles in Ordnung, mir fehlt nichts! ?", fragte der Anwalt der Transportfirma. "Nun, das war so", begann der Bauer. "Ich lud meine schönste Kuh Elsa auf meinen Transporter und ...". "Ich fragte nicht erneut nach den Details," unterbrach ihn der Rechtsanwalt, "sondern, ob sie noch auf dem Schauplatz des Unfalls erklärten, dass alles in Ordnung sei und ihnen nichts fehle!" "Nun, als ich meine Lieblingskuh Elsa auf dem Transporter hatte", begann der Bauer erneut, "und mit ihr über die Landstraße fuhr... Der Rechtsanwalt unterbrach erneut und sagte "Hohes Gericht, ich versuche einige Fakten zusammen zu tragen. Noch am Unfallort erklärte dieser Mann gegenüber den zufällig vorbei gekommen Streifenpolizisten, dass mit ihm alles in Ordnung sei und ihm nichts fehle. Nun einige Wochen nach diesem Vorfall versucht er meinen Klienten auf Schadenersatz zu verklagen. Ich glaube, dass er versucht einen falschen Sachverhalt vorzutäuschen. Bitte sagen Sie ihm, dass er präzise antworten soll." Aber der Richter war mehr an der langen Fassung von Bauer Schulze interessiert und antwortete dem Rechtsanwalt: "ich würde gerne hören, was der Kläger zu seiner Lieblingskuh Elsa zu sagen hat." Bauer Schulze dankte dem Gericht und fuhr fort: "Nun, also hatte ich meine Elsa auf den Transporter geladen und war glücklich auf der Landstrasse unterwegs als dieser Brummi das Stop-Schild übersah, aus der Seitenstrasse einbog und mit Karracho in meinen Transporter knallte. Mein Wagen wurde in den Graben geschleudert und der Anhänger überschlug sich. Ich war wirklich schwer verletzt und konnte mich kaum bewegen. Natürlich hörte ich Elsa stöhnen und schreien. Ich wußte sofort, dass es ihr auch sehr schlecht geht. Kurz darauf erschienen die beiden Streifenpolizisten. Sie hörten Elsa stöhnen und gingen zu ihr hin. Nach einem kurzen Blick zog der eine seine Pistole und gab ihr den Gnadenschuss. Danach kamen die Beiden zu mir herüber. Der eine hatte seine Pistole noch in der Hand und sagte: >>Ihrer Kuh ging es so schlecht, dass ich das Elend nicht ertragen konnte. Ich musste sie einfach töten. Der andere fragte mich darauf: >>Wie geht es Ihnen denn? "Naja," fuhr Bauer Schulze fort, "nachdem was ich bei Elsa gesehen hatte, überlegte ich nicht lange. Glauben sie denn wirklich, dass ich DENEN die Wahrheit gesagt hätte? Ich riss mich zusammen und sagte natürlich, dass alles in Ordnung sei und es mir gut gehe!"